Fortbildung

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Das Institut bietet Fortbildungen zu verschiedenen sexualpsychologischen Themenbereichen an. Den Schwerpunkt der Fortbildungsangebote bilden Themen der Klinischen Sexualpsychologie. Hier werden Fortbildungen zu sämtlichen Störungen des sexuellen Erlebens und Verhaltens angeboten.


Fortbildung zur Risikoeinschätzung bei Gewalt- & Sexualdelinquenten mit Intelligenzminderung mittels HCR-20, SVR-20 und ARMIDILO-S

Berlin, 3.-4. September 2012

In beiden eintägigen Workshops wurden den Teilnehmern wesentliche Aspekte der Risiko­einschätzung bei Personen mit Intelligenz­minderung vermittelt, sowie ausgewählte Verfahren vorgestellt, demonstriert, warum sie funktionieren, die relevanten Forschungsergebnisse zur Reliabilität referiert. Zudem bestand die Möglichkeit, zu üben, und die Anwendung des Scoring zu lernen.

ARMIDILO-S

The Assessment of Risk and Manageability of Intellectually Disabled IndividuaLs who Offend - Sexually (ARMIDILO-S) ist ein Instrument zur Risikoeinschätzung, das speziell entwickelt wurde für die Anwendung bei sexuell übergriffig gewordenen Personen mit Intelligenzminderung – unabhängig von strafrechtlichen Sanktionen. Dem Verfahren wurde bei verschiedenen Stich­proben von Sexualdelinquenten eine gute prognostische Validität bescheinigt, und es ist in qualitativen Studien als Verfahren für das Case Management positiv evaluiert worden. Gemeinsam mit einem geeigneten actuarial Test angewendet, ist ARMIDILO-S ein konvergentes Verfahren zur Risikoeinschätzung, das sowohl die Einschätzung als auch die Handhabbarkeit des Risikos in einem Verfahren kombiniert.

HCR-20 und SVR-20

Der Historical-Clinical-Risk-20 (HCR-20) und Sexual Violence Risk – 20 (SVR-20) sind häufig verwendete Instrumente zur Risikoeinschätzung bei gewalt- bzw. sexual­delinquenten Erwachsen­en ohne Intelligenz­minderung. Um die Validität der Verfahren für Delinquenten mit Intelligenz­minderung zu verbessern, haben Boer und Kollegen 2010 entsprechende Veränderungen vorgenommen. Im Workshop werden die revidierten Versionen behandelt.

Als Referent führte der international anerkannte Experte Douglas P. Boer, Professor für Klinische Psychologie an der University of Canberra, Australien, durch beide Tage. Prof. Boer hat von 2006 bis 2012 an der University of Waikato, Neuseeland, gearbeitet, und davor über 15 Jahre im kanadischen Strafvollzug, unter anderem als Therapeut und Direktor des Behandlungsprogramms für Sexualstraftäter. Er ist Autor zahlreicher Publikationen in internationalen Fachzeit­schriften, sowie Mitautor der beiden Verfahren Sexual Violent Risk-20 (SVR-20) und Assessment of Risk and Manageability of Intellectually Disabled IndividuaLs who Offend - Sexually (ARMIDILO-S). Als Therapeut und Gutachter arbeitet er vor allem mit intelligenzgeminderten Straftätern.


Fortbildung für Therapeutinnen und Therapeuten von Sexualstraftätern

Berlin, 13.-15. Juli 2011

Das dreitägige Training richtete sich vor allem an psychotherapeutisch tätige Kolleginnen und Kollegen, die bereits klinische Erfahrung mit dieser Patientengruppe haben. Die limitierte Teilnehmerzahl ermöglichte es, intensiv die eigenen therapeutischen Fertigkeiten zu verfeinern, ein besseres Verständnis unterschiedlicher Behandlungsansätze von Sexualstraftätern zu erlangen, aber auch verschiedene Aspekte der Behandlung von Sexualstraftätern zu diskutieren. Inhalte des Trainings waren Therapeuten Stile, Empathie Training, Umgang mit kategorischem Leugnen, sowie Motivation und die Durchführung offener Gruppen.

Mit Bill Marshall & Liam Marshall als Dozenten konnten zwei der weltweit profiliertesten Therapeuten, Wissenschaftler und Trainer auf diesem Gebiet gewonnen werden.  Gemeinsam leiten sie Rockwood Psychological Services in Kanada.